Nevada
ist ein US-Bundesstaat im westlichen Teil
der Vereinigten Staaten von Amerika, wo
er östlich der Sierra Nevada den größten
Teil des Großen Beckens umfasst und
dabei von Kalifornien, Oregon, Idaho, Utah
sowie Arizona umschlossen wird.
Nevada,
das - ohne an ihm nennenswerte Anteile zu
besitzen - nach dem Gebirge im Westen benannt
wurde, trat im Jahr 1864 als 36. Bundesstaat
den Vereinigten Staaten bei. Er ist flächenmäßig
der siebtgrößte der US-Bundesstaaten.
Hauptstadt ist Carson City.
Nevada
ist geologisch geprägt von Wüste
bzw. Wüstensteppe im trockenheißen
Süden und Westen sowie von breiten
nordsüdlich ausgerichteten Längstälern
in der Mitte und im Norden. Der Nordwesten
kann als quasi-"alpines" Vorgebirgsland
zur Sierra Nevada bezeichnet werden. Sagebrush-Sträucher
(Indianischer Räuchersalbei Salvia
apiana) bedecken weite Teile des Steppenbodens,
während Pinien- und Juniper-Bäume
vor allem im gebirgigen Norden und Osten
verbreitet sind.
Der
größte Teil Nevadas umfasst das
spärlich besiedelte Große Becken.
Nevada
besitzt neben Südafrika und Australien
die reichsten Goldvorkommen der Welt.
Bis
auf die Stadt West Wendover, die in der
Mountain Time Zone liegt, gilt im ganzen
Staat die Pacific Time Zone.
Nevada
grenzt an Oregon und an Idaho im Norden,
Kalifornien im Westen, Arizona im Südosten
und Utah im Osten. Die Grenze zu Arizona
ist größtenteils der Colorado
River.
Ursprünglich
ein Teil Mexikos, musste das Gebiet im Vertrag
von Guadalupe Hidalgo an die USA abgetreten
werden. 1850 wurde durch den Kongress das
Utah-Territorium, das damals die heutigen
Staaten Utah, Colorado und Nevada umfasste,
errichtet. 1859 wurde die Comstock Lode,
ein reichhaltiges Silber- und Goldvorkommen
entdeckt und Virginia City gegründet.
Mit dieser Entdeckung strömten immer
mehr Menschen in die Region: Goldsucher,
Prospektoren, Händler und andere, die
ihr Glück suchten.
Am
2. März 1861 wurde Nevada vom Utah-Territorium
abgetrennt und nahm den jetzigen Namen an.
Am 31. Oktober 1864 trat Nevada schließlich
als 36. Staat der USA bei.
Während
der Weltwirtschaftskrise erlaubte Nevada
am 17. März 1931 das Glücksspiel,
um das Wirtschaftswachstum zu fördern.
Neben dem Glücksspiel ist in Nevada
traditionell auch - als einzigem Bundesstaat
der USA - die Prostitution in einigen Bezirken
des Bundesstaates legal; explizit jedoch
nicht in Clark County samt dessen Hauptstadt
Las Vegas.
Große
Teile Nevadas sind militärisches Sperrgebiet,
wobei es vor allem die Nellis Range im Süden
hervorzuheben gilt. Auf der dortigen Nevada
Test Site (NTS) wurden die meisten amerikanischen
Atombomben getestet. Daneben gibt es auch
noch Anlagen zur Erprobung geheimer militärischer
Flugkörper, wie die sagenumwobene Area
51. Auch die durch den gleichnamigen Film
bekannte Schule United States Navy Fighter
Weapons School für die Elite-Piloten
der US Navy ist hier zu finden. Es handelt
sich dabei um die Naval Air Station Fallon
in der Wüste Nevadas.
Zu
den wichtigsten Ureinwohnern Nevadas zählen
die Paiute im Westen und Süden und
die Western Shoshone im Norden und Osten
des Bundesstaates. Trotz einer anfänglichen
vertraglichen Respektierung territorialer
indianischer Souveränität (z.
B. im "Vertrag von Ruby Valley"
von 1863 zwischen den USA und den Häuptlingen
der Western Shoshone) hat der parallel stattfindende
politische Aufbau Nevadas, seine Eingliederung
in die Konföderation seit den 1860er
Jahren und die massive Diskriminierung indianischer
Rechte bis in die allerjüngste Zeit
hinein in Nevada immer wieder zu Spannungen
und Konflikten zwischen US-Bundesbehörden
und indianischen Ureinwohnern geführt.
Am bekanntesten wurden bei der Verteidigung
indianischer Rechte die beiden Western-Shoshone-Rancherinnen
und Trägerinnen des Alternativen Nobelpreises
(1993) Mary und Carrie Dann aus Crescent
Valley.
Nevadas
Hauptstadt ist Carson City. Politisch prägen
den Staat gegenwärtig drei gegensätzliche
Konfliktfelder: Der von Vieh- und Holzwirtschaft
geprägte Nordwesten (Reno, Carson City,
Sierra Nevada) auf der einen Seite; die
Mitte und der Norden mit seiner Weidewirtschaft
und den riesigen Goldminen auf der anderen
Seite. Durch das starke Wachstum von Clark
County seit Mitte der 1980er Jahre mit Las
Vegas im Süden, das mittlerweile mehr
als die Hälfte aller Einwohner Nevadas
beherbergt, haben sich von hier aus neue
Spannungen mit dem Rest des Bundesstaates
entwickelt. Vor allem der riesige Wasserbedarf
der Spieler- und Touristenmetropole trägt
zum Unmut der Vieh- und Weidewirtschaft
des Nordens bei, der schon seit mehr als
einem Jahrzehnt unter anhaltender Dürre
leidet.
Seit
Ende der 1980er Jahre wird in Nevada kontrovers
die Möglichkeit diskutiert, eines Tages
das nukleare Endlager für die USA in
den Yucca Mountains beherbergen zu müssen.
Das Felsmassiv liegt auf dem Gebiet der
"Nevada Test Site" und wird von
den Western-Shoshone-Indianern als Teil
des ihnen 1863 im "Vertrag von Ruby
Valley" zugesicherten Territoriums
betrachtet. In der Frage des Widerstands
gegen Yucca Mountain als nuklearem Abfalllager
stehen die Landesregierung Nevadas mit den
Ureinwohnern und mit den meisten Einwohnern
des Bundesstaates in einer Ablehnungsfront.
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