| Las
Vegas ist die größte Stadt im
US-Bundesstaat Nevada. Sie ist vor allem
wegen ihrer großen Anzahl an Kasinos
berühmt. Ihre Einwohnerzahl beträgt
575.973 (Stand: 2005), die Agglomeration
hat insgesamt etwa 1,7 Millionen Einwohner.
Las Vegas ist Verwaltungssitz des Clark
County.
Las
Vegas ist ein global bedeutendes Touristikzentrum,
in das jährlich etwa 37 Millionen Touristen
reisen. Mittlerweile wird noch etwa ein
Viertel des Umsatzes von ihnen in Kasinos
gemacht, drei Viertel entfallen auf Eintrittskarten
für Shows, Souvenirs und Luxusartikel.
Neben
den Kasinos prägen die Shows den öffentlichen
Charakter der Stadt. Zu den in Las Vegas
tätigen Künstlern zählten
und zählen Elvis Presley, The Rat Pack
mit Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean
Martin, Céline Dion, Elton John,
Illusionisten (Siegfried und Roy, David
Copperfield oder der Cirque du Soleil).
Bekannt ist die Stadt auch für ihre
große Anzahl an Hochzeitskapellen,
da Nevada außerordentlich unkomplizierte
Eheschließungs- (und Scheidungs-)
Gesetze hat.
Die erste Siedlung wurde 1854 von der Kirche
Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
("Mormonen") gegründet, aber
schon drei Jahre später wieder aufgegeben.
Mitte der 1860er Jahre errichtete die US-Armee
das Fort Baker. Dank seiner Quellen wurde
Las Vegas zu einem wichtigen Zwischenstopp
für Wagentrecks und der Eisenbahn auf
ihrem Weg zwischen Kalifornien im Westen
und New Mexico im Osten. 1903 verkaufte
die Rancherwitwe Helen Stewart für
55.000 US$ einen Großteil ihres Farmgrundstücks
an die Eisenbahngesellschaft, welche dieses
wiederum 1905 aufgrund der regen Nachfrage
parzellierte und am 15. Mai 1905 für
insgesamt 265.000 US$ an Spekulanten und
Investoren versteigerte. Die Stadt Las Vegas
war damit offiziell gegründet.
Mit
dem Bau des Hoover-Staudamms von 1931 -
1935 und der Legalisierung des Glücksspiels
in Nevada 1931 wurde der Grundstein für
das schnelle Wachstum der Stadt gelegt.
Der Mafiaboss Bugsy Siegel setzte Anfang
der 1940er Jahre mit dem Bau der ersten
Hotels mit integriertem Spielkasino eine
Entwicklung in Gang, die bis heute anhält.
Howard Hughes drängte maßgeblich
die Mafia aus der Stadt und ersetzte sie
durch gängige Business-Modelle. In
den 1970ern und 1980ern galt die Stadt dann
allerdings als zunehmend heruntergekommen.
Eine Trendwende leitete Steve Wynn 1989
mit der Eröffnung des Mirage ein, das
wieder neue und vor allem sehr zahlungskräftige
Kundschaft anlocken konnte. In den letzten
Jahren versuchte man von offizieller Seite
das Image der Stadt von "Sin City"
(deutsch: Stadt der Sünde) mit Kasinos,
Nacktbars und illegaler Prostitution nach
"City-Of-Entertainment" (deutsch:
Stadt der Unterhaltung) zu ändern,
da man die Stadt auch für Familien
mit Kindern attraktiv gestalten möchte.
Diese Entwicklung ist aber ambivalent: während
einerseits die Shows mittlerweile größtenteils
familienfreundlich gestaltet sind, finden
sich andererseits immer noch massenhaft
Werbeflugblätter von Prostituierten
auf allen Straßen. Auch ein groß
dimensioniertes Billboard für schmutzige
Mädchen beim Schlammcatchen nur wenige
Meter neben dem Wynn-Luxushotel mit angeschlossenem
Ferrari + Maserati-Händler dürfte
es so nur in den wenigsten Städten
geben.
Der Altersschnitt der Bevölkerung ist
mit 34 Jahren für die USA ungewöhnlich
niedrig. Die Bevölkerung nimmt mit
100.000 Neubürgern im Jahr stetig zu,
so dass Las Vegas die am stärksten
wachsende Stadt der USA ist. Durchschnittlich
verbraucht jeder Bürger von Las Vegas
ca. 700 Liter Wasser am Tag.
Las Vegas ist ein beliebter Ausgangspunkt
für Ausflüge zum Hoover-Staudamm,
der südlich von Las Vegas den Colorado
River zum Lake Mead staut. Weitere beliebte
Ausflugsziele sind Death Valley und der
Red Rock Canyon, die nordwestlich von Las
Vegas liegen. Viele Las-Vegas-Touristen
besuchen ebenfalls von hier aus den Grand
Canyon.
Etwa
1 Stunde nördlich auf dem Weg zum Death
Valley liegt die Geisterstadt Rhyolite.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Goldgräberstadt
mit 10.000 Einwohnern, ist sie heute ein
Freilicht-Museum.
In
den Bergen um Las Vegas liegen beliebte
Winter-Skigebiete. Ca. 80 km vom Strip entfernt
liegt auf 2600 m über dem Meeresspiegel
das "Las Vegas Ski&Snowboard Resort".
Die Einnahmen durch Touristen betrugen 2004
ca. 33,7 Milliarden US-Dollar. Die Casinos
selbst haben einen Umsatz von etwa 4,5 Milliarden
US-Dollar im Jahr. In der Stadt stehen ca.
150.000 Betten für Touristen zur Verfügung.
Der
größte Arbeitgeber ist 'Caesar's
Entertainment' mit etwa 50.000 Angestellten.
Diese kontrollieren insgesamt 11 Häuser,
darunter auch das Hotel Bellagio. Aufwand
und Kosten für die Errichtung der Hotels
werden dabei immer höher. Der Bau des
Venetian Resort Hotel kostete allein schon
1,6 Milliarden US-Dollar. Das neue Casino
und Hotel von Steve Wynns verschlang 2,7
Milliarden US-Dollar. Donald Trump baut
ein Hochhaus mit Eigentumswohnungen in der
Stadt, der Multimillionär und MGM-Mehrheitsaktionär
Kirk Kerkorian plant bis 2010 gar eine eigene
Stadt in der Stadt zu bauen, mit geschätzten
Baukosten von 4 Milliarden US-Dollar.
Der
größte Arbeitgeber außerhalb
der Glücksspielindustrie sind die Behörden
der Stadt mit 20.000 Angestellten. Neben
der Unterhaltungsbranche sorgt hier vor
allem die öffentliche Hand mit der
University of Nevada, Las Vegas und der
Post für Arbeitsplätze. Es gibt
mittlerweile 30 Krankenhäuser, die
Zahl stieg in den letzten Jahren deutlich.
Der Flughafen Las Vegas (McCarran) hatte
im Jahr 2003 ein Fluggastaufkommen von 27
Millionen Passagieren.
Die
Stadt verfügt seit dem Jahre 1990 über
das CAT-Busnetz mit insgesamt 38 Linien,
das eine Fläche so groß wie der
Kanton Zürich (1.732 km²) abdecken
muss. Die Linien werden jedoch selbst in
Spitzenzeiten oft nur im 15- oder 20-Minutentakt
angeboten, zudem sind sie nicht aufeinander
abgestimmt. Seit 2004 gibt es die Las Vegas
Monorail, sie fährt in 14 Minuten vom
Hotel MGM Grand zum Hotel Sahara und macht
Zwischenstation am Las Vegas Convention
Center, Caesar's Palace und Bally`s. Sie
dient dazu, den Gästen sämtliche
angeschlossenen Hotels bequem per Bahn erreichbar
zu machen. |