| Höhere
Steuern für einarmige Banditen in Las
Vegas
Bei
den Betreibern der Spielcasinos am Strip
in Las Vegas schrillen die Alarmglocken.
Denn den Unternehmen drohen höhere
Steuern. Dabei geht es um ein Thema, das
in der Bevölkerung mit breiter Zustimmung
rechnen kann: Bildung und Ausbildung der
Kinder. Die Lehrer-Gewerkschaft geht jetzt
auf die Barrikaden und fordert eine Erhöhung
der Spielsteuer um drei Prozent. Nachdem
einige Anträge abgelehnt wurden, wollen
Schulen und Universitäten den Weg über
einen Volksentscheid nehmen. Die 58.000
Stimmen, die für einen Volksentscheid
über die Steuererhöhung nötig
sind, glauben die Verantwortlichen leicht
zusammenzubekommen. Im November wäre
dann der Termin für die Abstimmung.
Bill
Lerner, ein Börsenanalyst der Deutschen
Bank, glaubt an einen Erfolg der Abstimmung:
„Wenn es zu diesem Volksentscheid
kommt, dann wird er von der Bevölkerung
mit Sicherheit getragen." Auch die
Gewerkschaftsführerin Lynn Warne stellt
den positiven Ausgang dieser Initiative
nicht in Frage und blickt zuversichtlich
in die Zukunft: „Das würde dem
Staat Nevada zusätzlich 250 Millionen
Dollar für Bildung und Ausbildung in
die Kasse bringen."
Natürlich
wollen die Casinobetreiber von einer solchen
Spezialsteuer nichts wissen und versuchen,
alle anderen mit ins Boot zu bringen. Das
Argument: Auch Bankiers, Kühlschrankverkäufer
und Eisproduzenten haben Kinder an den Schulen
und Unis. Allerdings halten die Casinounternehmen
in dieser Partie schlechte Karten. Derzeit
liegt der Steuersatz bei 6,75 %. Auch nach
einer Anhebung um drei Prozent hätte
man gerade das Steuerniveau (9,25 %) vom
Casino-Mekka Atlantic City (US-Bundesstaat
New Jersey) an der Ostküste erreicht.
Von den Abgaben der Glücksspielunternehmen
in Mississippi (24 %) und in Pennsylvania
(50 %) ganz zu schweigen.
Und
dann sind es die ganz harten Zahlen, die
den Las-Vegas-Konzernen das Jammern schwer
machen. Gestern gab MGM Mirage die Geschäftszahlen
des abgelaufenen Jahres bekannt. Danach
erhöhte sich der Umsatz um vier Prozent
auf 1,93 Milliarden Dollar und der Gewinn
stieg von 201,6 Millionen auf 872,2 Millionen
Dollar. Das bedeutet einen Ertrag von $2,85
pro Aktie. Im Vorjahr hatte dieser Wert
noch 69 Cent betragen. Die guten Zahlen
ließen die Papiere von MGM Mirage
auf über 65 Dollar hochschießen.
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